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Energie Wettingen
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Energie Wettingen

Vorbereitungen auf eine mögliche Strommangellage

Strassenbeleuchtung 01

WARUM KANN DER STROM GERADE IM WINTER KNAPP WERDEN?

Im Winter ist die Schweiz auf Stromimporte aus dem angrenzenden Ausland angewiesen. 

Die Schweiz deckt im Winter rund 15 Prozent ihres Stromverbrauchs durch Importe ab. Wenn diese aufgrund des europaweiten Gasmangels – verursacht durch den Krieg in der Ukraine – und der Stromverknappung wegen unzähliger vorübergehend vom Netz genommener AKWs in Frankreich wegbleiben, und der nötigte Strom auch nicht anderwärtig beschafft werden kann, könnte es zu einer landesweiten Strommangellage kommen. Hinzu kommt, dass viele Speicherseen, mit welchen kurzfristige Lastspitzen abgefedert werden könnten, wegen des heissen und trockenen Sommers nur unzureichend gefüllt sind.

WAS UNTERNIMMT DER BUND DAGEGEN?

OSTRAL die Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen

Ähnlich wie in der Pandemie ist es Aufgabe des Bundes, Szenarien zu erarbeiten, wie mit einer möglichen Strommangellage umgegangen würde. Zur Umsetzung der Massnahmen wurde die OSTRAL gegründet (Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen). Sie wird beim Eintreten einer Strommangellage auf Anweisung der wirtschaftlichen Landesversorgung aktiv. Die vorbereiteten Massnahmen zur Reduktion des Stromverbrauchs werden von der OSTRAL in vier Stufen unterteilt:

  1. Appelle zum freiwilligen Stromsparen
  2. Verbot von nicht absolut notwendigen energieintensiven Geräten
  3. Kontingentierung für Grossverbraucher
  4. Zyklische Abschaltung 

Im Ernstfall würden vom Bundesrat also auch Massnahmen erlassen, welche die gesamte Bevölkerung betreffen. Sollte das freiwillige Stromsparen nichts bringen, würde es Verbote und Verbrauchseinschränkungen geben in Bereichen, die nicht die Grundversorgung betreffen – zum Beispiel eine vorübergehende Schliessung von Hallenbädern und Skiliften oder das Abschalten von Beleuchtungsanlagen. Ebenso gäbe es Einschränkungen im privaten Bereich: Nicht notwendige Geräte wie Whirlpools, Klimaanlagen und Saunas dürften nicht mehr benutzt werden. Sollten auch diese Massnahmen nicht den gewünschten Effekt haben, um Produktion und Verbrauch ins nötige Gleichgewicht zu bringen, können vom Bund Kontingentierungen für Grossverbraucher ausgesprochen werden. Erst in einem allerletzten Schritt sähen die Szenarien eine zyklische Abschaltung von täglich mehreren Stunden von Gemeinden oder ganzen Regionen vor. Zu solch drastischen Massnahmen wird es aber nur im äussersten Notfall kommen.

WEITERE FRAGEN UND ANTWORTEN

Was ist eine Strommangellage? Wie unterscheidet sie sich von einem Stromausfall?

Im Unterschied zu einem Stromausfall (Blackout) ist Strom in einer Strommangellage verfügbar, allerdings nur in reduziertem Mass. In einer Strommangellage übersteigt die Nachfrage nach elektrischer Energie wegen zu geringen Produktions-, Übertragungs- und / oder Importkapazitäten während mehrerer Tage, Wochen oder Monate das zur Verfügung stehende Angebot.

Muss ich Angst haben, dass im Winter gar kein Strom mehr kommt?

Das Szenario einer möglichen Strommangellage war leider noch nie so realistisch. Panik ist aber fehl am Platz. Sollte es zu einer Mangellage kommen, wird es höchst wahrscheinlich nicht gar keinen Strom mehr geben, sondern einfach eingeschränkt in Zeit und Menge. 

Wie wird die Bevölkerung über eine Strommangellage und entsprechende Massnahmen informiert?

Der Bund informiert die Öffentlichkeit mittels Medienkonferenzen über die kritische Versorgungssituation. Zudem werden weitere Informationen im Internet publiziert und mittels verschiedener Kanäle verbreitet (z.B. AlertSwiss, Twitter, etc.). Werden Massnahmen vom Bundesrat verordnet, informiert er die Öffentlichkeit über die entsprechenden Entscheide (analog Corona-Pandemie).

Wie kann ich selber einen Beitrag leisten?

Ein Drittel des Stromverbrauchs entfällt in der Schweiz auf private Haushalte. Ein spürbarer Sparbeitrag müsste also möglich sein. Jede und jeder kann also mit der Senkung des privaten Stromverbrauchs zur Entspannung der Situation beitragen, und das nicht erst im Winter.

  • Konsequent LED-Lampen nutzten. Diese sparen gegenüber traditionellen Leuchtmitteln rund 50 Prozent an Strom. 
  • Der Stand-by-Stromverbrauch von Geräten lässt sich mit sogenannten Smart Plugs (modernen Steckerleisten) problemlos vermeiden.
  • Generell sind es Geräte, die Kälte oder Wärme produzieren, die besonders viel Energie brauchen. So führt die Reduktion der Heizwärme um nur ein Grad bereits zu einer Energieeinsparung von etwa 6 Prozent.
  • Läuft der Boiler elektrisch, ist entsprechend auch der Verbrauch von Warmwasser mit einem grossen Stromverbrauch verbunden. Anstatt nur noch kurz und kalt zu duschen, kann mit sogenannten Sparbrausen bis zu 50 Prozent an Wasser und somit an Heizenergie eingespart werden.

Weitere Stromspartipps finden Sie hier.

Guido Hüni 09

«Ein Strommangel ist nicht auszuschliessen, Panik jedoch fehl am Platz.»

Bund und Experten warnen vor dem Risiko von Stromausfällen. Das schürt Ängste. Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer bereiten sich auf den Katastrophenfall vor und decken sich mit Notstromaggregaten und Lebensmitteln ein – teils mit regelrechten Hamsterkäufen, vergleichbar mit den Klopapierkäufen während der Coronapandemie.
Natürlich kann auch ich die Zukunft nicht voraussehen, aber Panik ist fehl am Platz. Die Schweiz deckt im Winter rund 15 Prozent ihres Stromverbrauchs durch Importe ab. Wenn diese wegbleiben, könnte man den fehlenden Strom immer noch mit Einsparungen und allenfalls mit Kontingentierungen für Grossverbraucher auffangen. Die extreme Massnahme von zyklischen Netzabschaltungen kommt erst infrage, wenn 30 bis 40 Prozent des Stroms fehlen. Dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn Schweizer Kernkraftwerke im Winter ausfallen würden und die Schweiz den fehlenden Strom von keinem Nachbarland importieren könnte. Dieses Szenario ist nicht auszuschliessen, aber in meinen Augen eher unwahrscheinlich. Zudem können wir alle mit der Senkung des privaten Stromverbrauchs zur Entspannung der Situation beitragen, und das nicht erst im Winter.

Guido Hüni, CEO Energie Wettingen